Was steckt hinter einer histrionischen Persönlichkeitsstörung?

Emotional, lebendig, manchmal dramatisch – Menschen mit histrionischen Persönlichkeitszügen ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Doch was steckt hinter diesem Verhalten? Dr. Carina Remmers, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der HMU in Potsdam, gibt in einem Interview mit der Apotheken Umschau Einblick.

Mehr als Selbstdarstellung

Menschen mit histrionischen Zügen fühlten sich häufig unwohl, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen, und setzten ihr Auftreten gezielt ein, um Beachtung zu erhalten, so Remmers. Dabei gehe es jedoch nicht zwingend um Eitelkeit oder Manipulation. Remmers beschreibt eine innere Spannung: Der Wunsch, wirklich gesehen zu werden, treffe auf die gleichzeitige Furcht, sich tatsächlich zu zeigen. Nach außen könne dieses Muster übertrieben, oberflächlich oder künstlich wirken – und verdecke dabei die eigentlichen Bedürfnisse der betroffenen Person.

Seit 2023 ist Carina Remmers Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt an der Health and Medical University Potsdam.

Wurzeln in frühen Beziehungserfahrungen

Den Ursprung dieser Persönlichkeitsmuster verortet Remmers vor allem in der Kindheit: Wer in frühen Jahren besondere Leistungen zeigen oder starke Gefühle ausdrücken musste, um sich gesehen zu fühlen, entwickle eher Strategien, mit denen Aufmerksamkeit aktiv hergestellt wird. Genetische Veranlagung, Temperament und soziale Einflüsse könnten diese Entwicklung zusätzlich begünstigen.

Ziel der Therapie: die Maske ablegen

In der Behandlung gehe es laut Remmers vor allem darum, dass Betroffene die Erfahrung machen können, ihre Maske abzulegen und authentisch zu sein – ohne Angst, dabei nicht liebenswert zu sein.

Das vollständige Interview ist bei der Apotheken Umschau zu lesen. Zum Artikel.