Prof. Dr. med. habil. Friederike Stumpff
Professur für vegetative Physiologie
Fon: 0331 74 51 13 209
E-Mail senden
Prof. Dr. med. habil. Friederike Stumpff
Professur für vegetative Physiologie
Fon: 0331 74 51 13 209
E-Mail senden
Professur für vegetative Physiologie
Biographie
Prof. Dr. med. habil. Friederike Stumpff folgte im Oktober 2021 einem Ruf an die HMU Potsdam. Ihre akademische Ausbildung begann mit einem Studium der Physik in Göttingen, wo sie bei dem späteren Nobelpreisträger Erwin Neher Seminare zur Patch-Clamp Technik besuchte. Mit dem Ziel, die Erkenntnisse der Biophysik auf die Humanmedizin zu übertragen, wechselte Friederike Stumpff nach dem Vordiplom in Physik an den Fachbereich Humanmedizin der Freien Universität Berlin. 1993 erfolgte die Approbation als Ärztin. Bereits während des Studiums begann Sie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wiederholt am Institut für klinische Physiologie der Charité mit ihrer Doktorarbeit zu Transportmechanismen der Kammerwasserproduktion im Auge, welche sie 1992 abschloss. Es folgte die Postdoc Zeit am gleichen Institut. Im Jahre 2000 wechselte sie an das Institut für Veterinär-Physiologie der Freien Universität Berlin unter Prof. Dr. Holger Martens. Dortiger Schwerpunkt war die Erforschung der Transportphysiologie gastrointestinaler Organe von Nutztieren. 2011 erfolgte die Habilitation im Fach Physiologie am Fachbereich Veterinär-Physiologie der FU Berlin. An den Forschungseinrichtungen der HMU Potsdam hat sie mit Ihrer Arbeitsgruppe damit begonnen, die Erkenntnisse aus der Forschung am Gastrointestinaltrakt des Nutztiers auf den Menschen zu übertragen.
Lehrtätigkeit
Friederike Stumpff arbeitete bereits während des Studiums als Tutorin am Physik Praktikum für Mediziner der Freien Universität Berlin. Während der Postdoc Zeit betreute Sie zahlreiche Doktoranden und Masterstudenten und leitete Physiologie Seminare und Praktika im Rahmen des Grund- und Hauptstudiums an der Charité. Von 2000 – 2007 leitete sie ferner das Berliner Patch-Clamp Colloquium als Einrichtung für den wissenschaftlichen Austausch junger Nachwuchswissenschaftler. Nach dem Wechsel an den Fachbereich Veterinär-Physiologie der Freien Universität übernahm sie auch Vorlesungen und Prüfungen und leitete nach ihrer Habilitation im Jahre 2011 das physiologische Praktikum. 2015 betreute sie die Ausgründung eines Startups ihrer Doktorandinnen im Rahmen eines Patents. Neben der Lehrtätigkeit an der HMU Potsdam engagiert sich Friederike Stumpff im Rahmen eines Lehrauftrages an der physiologischen Lehre der Charité und leitet das Modul „Gastrointestinale Physiologie“ des Medical Scientist Weiterbildungsprogramms der Deutschen Physiologischen Gesellschaft.
Forschung:
Die Arbeitsgruppe von Friederike Stumpff beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen von Transportvorgängen an gastrointestinalen Epithelien. Hier gelang die Charakterisierung eines hochleitenden Anionenkanals am Pansenepithel von Rind und Schaf, welcher am Transport von Anionen der kurzkettigen Fettsäuren aus dem Pansenlumen beteiligt ist. Laufende Untersuchungen beschäftigen sich mit der Rolle dieses Proteins am Transport großer Anionen über die Membran von Zellen einer humanen Colonkarzinomlinie (CaCO-2). Eine Identität mit dem dualen Transporter-Kanal SLCO2A1 erscheint wahrscheinlich. Im Rahmen des Tumorgeschehens können solche Kanäle ATP sezernieren und so zum Tumorschmerz beitragen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung der Funktion von Kanälen der TRP-Familie an Transportvorgängen und Signaltransduktion im Gastrointestinaltrakt. So belegen viele Untersuchungen eine Rolle von TRPV3 Kanälen an der Aufnahme von Kationen wie Na+, K+, NH4+ und Ca2+ durch den Pansen des Rindes oder dem Colon des Menschen. Wir konnten eine Öffnung dieses Kanals nach Applikation kurzkettiger Fettsäuren und bestimmter pflanzlicher Flavonoide wie Menthol oder Thymol demonstrieren. Eine solche Stimulation könnte die Aufnahme des wichtigen Nährstoffes Calcium aus der Nahrung erleichtern und so zur Vermeidung von Osteoporose beim Menschen beitragen.
Mitgliedschaften:
Publikationen:
https://orcid.org/0000-0001-9518-9237
Patente:
Europäisches Patent EP2879662 (8.2.2017)
Zusammensetzungen zur Linderung von Gastrointestinaltraktstörungen oder damit assoziierter systemischer Störungen von Wiederkäuern und Cameliden
US-Patent Nummer 9693971 (4.7.2017)
Compositions for alleviating gastrointestinal tract disorders or associated systemic disorders in ruminants and camelids