Aus gegebenem Anlass informiert die Geschäftsführerin der HMU Ihre Studierenden und Kollegen und Kolleginnen über mögliche wahrheitswidrige Informationen zur Kooperation von HMU und dem klinischen Kooperationspartner Ernst von Bergmann Potsdam.
Zukunft der Kooperation HMU mit dem Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam
Liebe Studierende, liebe Kolleginnen und Kollegen,
am morgigen Freitag, den 20.03.2026 findet eine Sitzung des Aufsichtsrates unseres klinischen Partners, des Klinikums Ernst von Bergmann statt, bei der einer von mehreren Tagesordnungspunkten die bestehende Kooperation des Klinikums mit der HMU sein wird. Dabei soll nach meiner Kenntnis diskutiert werden, an welchen Punkten die laufende Zusammenarbeit weiter verbessert und im Sinne einer vertrauensvollen gegenseitigen Transparenz auch wirtschaftlich optimiert werden kann.
Nun wurde mir zugetragen, dass im Vorfeld dieser Sitzung wahrheitswidrige Informationen über das Kooperationsverhältnis der HMU und des Klinikums Ernst von Bergmann in Umlauf gebracht wurden, die möglicherweise von den regionalen Medien aufgegriffen werden. Teilweise wird sogar behauptet, das Klinikum würde erwägen, die Kooperation mit der HMU zur gemeinsamen Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten zu beenden.
Ich möchte Ihnen versichern, dass diese Informationen unzutreffend sind.
Im Gegenteil ist die Zusammenarbeit zwischen der HMU und dem Klinikum Ernst von Bergmann sehr vertrauensvoll und sehr erfolgreich und soll es auch bleiben. Die HMU Health and Medical University und das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam leisten seit über fünf Jahren einen wichtigen und stetig wachsenden Beitrag, um die medizinische Ausbildung und Versorgung in Brandenburg zu verbessern. Aktuell studieren rund 1.160 angehende Medizinerinnen und Mediziner im 12-semestrigen Staatsexamensstudiengang Humanmedizin. Davon befinden sich 524 Studierende im klinischen Abschnitt (5. bis 11. Semester) und absolvieren ihre praktische Ausbildung zunächst auf der Lehrstation und dann am Krankenbett im Klinikum Ernst von Bergmann.
Hierzu noch einige wichtige Aspekte:
- Die enge Zusammenarbeit mit dem Klinikum ermöglicht den Studierenden frühzeitig praxisorientierte Einblicke in die medizinische Versorgung. In den ersten beiden Semestern werden klinische Grundlagen vermittelt. Ab dem 7. Semester erfolgt der Unterricht direkt am Krankenbett in den Fachabteilungen des Klinikums. Dafür hat die HMU eine moderne Lehrstation in angemieteten Flächen im Klinikum eingerichtet. Für die Lehre auf der Lehrstation, den Unterricht am Krankenbett sowie für Prüfungen und Betreuung wurde gemeinsam qualifiziertes Personal ausgewählt. Dieses ist in die klinischen Teams integriert und wird vollständig durch die Universität finanziert. Ergänzend stellt die HMU Personal für Organisation und Koordination bereit.
- In der medizinischen Ausbildung gehen wir bewusst neue Wege. Anders als im klassischen Modell, bei dem Universität und Klinikum organisatorisch und finanziell eine Einheit bilden, arbeiten hier zwei eigenständige Institutionen zusammen: Die HMU als private, staatlich anerkannte Universität, die sich aus Studiengebühren finanziert, und das kommunale, staatlich finanzierte Klinikum Ernst von Bergmann. Eine klare Trennungsrechnung stellt sicher, dass alle Kosten, Personal- und Sachkosten, für Studium, Lehre und Forschung vollständig von der Universität getragen werden.
- Ein bedeutender Meilenstein: Die Studierenden der HMU haben nach der erfolgreichen M 1 Prüfungen /Physikum die zweite ärztliche Prüfung mit einer Bestehensquote von 97 % abgelegt – auf Augenhöhe mit staatlichen Universitäten. Im Herbst 2026 treten die ersten 61 Studierenden zum dritten Staatsexamen an. Mit erfolgreichem Abschluss werden im Dezember 2026 die ersten Absolventinnen und Absolventen ihre Approbation erhalten. Das Interesse, die Facharztausbildung am Klinikum Ernst von Bergmann fortzusetzen, ist groß.
- Die gemeinsame Ausbildung der angehenden Mediziner und Medizinerinnen folgt einem Curriculum auf Basis der Approbationsordnung und führt zu denselben Staatsexamina wie an staatlichen Universitäten. Die enge Verzahnung von Lehre, Patientenversorgung und Forschung steht dabei im Mittelpunkt. Im Jahr 2025 wurde der Studiengang Humanmedizin nicht nur nach europäischen Standards, sondern auch international akkreditiert. Diese internationale Anerkennung besitzen nur wenige Universitäten in Deutschland.
- Die Professorinnen und Professoren der HMU werden in wissenschaftsgeleiteten Berufungsverfahren – vergleichbar mit staatlichen Universitäten – berufen. Neben wissenschaftlicher Exzellenz ist umfassende klinische Erfahrung ein zentrales Auswahlkriterium. Chefärztinnen und Chefärzte sowie Oberärztinnen und Oberärzte übernehmen neben ihrer klinischen Tätigkeit auch Aufgaben in Lehre und Forschung. Unterstützt werden sie durch ärztliche Teams im Unterricht am Krankenbett. Alle Stellen im Lehr- und Forschungsbetrieb werden vollständig durch die HMU finanziert. Ergänzt wird dies durch universitätseigene Forschungslabore und gezielte Programme der HMU zur Nachwuchsförderung.
- Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die HMU und das Klinikum Ernst von Bergmann haben gemeinsam einen Antrag auf Anerkennung als Universitätsklinikum gestellt. Ziel ist es, Lehre, Forschung und Patientenversorgung noch enger zu verzahnen und die Zukunftsfähigkeit beider Einrichtungen nachhaltig zu sichern. Die Anerkennung würde die Ausbildungsqualität weiter steigern, dabei die Forschung stärken und innovative Behandlungsansätze schneller in die Versorgung bringen. Das Begutachtungsverfahren läuft bereits, das Klinikum und die HMU bereiten sich intensiv auf die Vor-Ort-Begutachtung vor.
Liebe Studierende, liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich hoffe, diese Aspekte machen Ihnen noch einmal bewusst, welches Zukunftsprojekt Sie auf Ihre Weise tatkräftig mit gestalten. Ich bin sehr betroffen darüber, wie weit gegangen wird, um eine erfolgreiche Kooperation in Frage zu stellen.
Lassen Sie sich nicht verunsichern von unwahren Behauptungen, die eventuell bei Ihnen ankommen. Selbstverständlich werde ich Sie auch weiter informieren und stehe Ihnen auch für Ihre Fragen zur Verfügung.
Mit herzlichen Grüßen
Ilona Renken-Olthoff