Prof. Dr. rer. nat. habil. Christian Hammann
Departmentleitung Humanmedizin
Professur für Biochemie

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Prof. Dr. rer. nat. habil. Christian Hammann

Departmentleitung Humanmedizin | Professur für Biochemie

Biographie

Christian Hammann studierte von 1988-1994 Chemie und Biochemie in Regensburg, London und München, wo er seine Diplomarbeit zur Struktur von Elektronentransferproteinen am Max-Planck-Institut für Biochemie in der Arbeitsgruppe von Robert Huber verfasste. An der Universität Regensburg wurde er 1999 promoviert. Die zugrunde liegenden Arbeiten zu katalytischer RNA wurden bei Martin Tabler am Institut für Molekularbiologie und Biotechnologie (IMBB) in Heraklion (Kreta, GR) durchgeführt. Anschließend arbeitete er von 1999-2002 als Postdoc bei David Lilley an der University of Dundee (Schottland, UK) zur Faltung katalytischer RNAs, wofür er mit dem Karl-Lohmann-Preis der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ausgezeichnet wurde. Als Nachwuchsgruppenleiter in der Abteilung von Wolfgang Nellen an der Universität Kassel setzte er von 2002-2009 seine Arbeiten zu katalytischer RNA fort und untersuchte zusätzlich die RNA-vermittelte Genregulation in der Amöbe Dictyostelium discoideum. Nach der Habilitation im Jahr 2007 wurde er mit einem Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet und wechselte damit an die Technische Universität Darmstadt, wo er von 2010-2012 seine unabhängige Forschung zu diesen Themen vorantrieb. Im Zeitraum 2013-2021 wirkte er als Professor for Biochemistry an der Jacobs University Bremen und wurde in diesem Zeitraum zweimal mit dem studentischen Lehrpreis als Teacher of the Year ausgezeichnet. Seit 2022 ist er als Professor für Biochemie an der HMU Health and Medical University Potsdam tätig.

Lehrtätigkeit

An der HMU Health and Medical University Potsdam lehrt Christian Hammann in den Fächern Chemie und Biochemie und hält Vorlesungen und Seminare zu verschiedenen Themenbereichen ab. An der Jacobs University Bremen umfasste seine Lehrtätigkeit Vorlesungen, Seminare und Praktika in Biochemie für Studierende in Bachelor- und Master-Studiengängen aus dem Bereich Lebenswissenschaften. Zuvor unterrichtete er an der TU Darmstadt und der Universität Kassel Praktika, Seminare und Vorlesungen in (molekularer) Genetik in Diplom-, Bachelor- und Master-Studiengängen, sowie als Teil des Lehramtsstudiums Biologie. Er betreute eine Vielzahl an Bachelor-, Master- und Promotions-Absolventen und hat sie bei der erfolgreichen Durchführung ihrer Abschlussarbeiten angeleitet.

Forschung
Institut: Institute for Molecular Medicine

RNA-vermittelte Genregulation & Infektion
Die Forschung der Arbeitsgruppe von Christian Hammann konzentriert sich auf RNA-Biologie und Infektionsprozesse.
Als Modellorganismus für die Forschung nutzen wir die Amöbe Dictyostelium discoideum, eine Amöbe, die zwischen ein- und mehrzelliger Lebensform wechseln kann. Wir untersuchen die Reifung und Modifikation von ribosomaler RNA (rRNA) und Transfer-RNA (tRNA) unter Stress und normalen Wachstumsbedingungen. Dabei interessiert uns besonders der Zusammenhang von tRNA-Modifikationen und Proteinfehlfaltung und -aggregation. Ein weiterer Fokus ist die Kontrolle von Retrotransposons, die etwa 10 % des Genoms ausmachen. Mithilfe genetisch markierter Elemente analysieren wir deren Lebenszyklus, ihre  Regulation durch RNA-Interferenz, sowie Integrationsmechanismen. Darüber hinaus dient D. discoideum als Wirtsmodell zur Untersuchung von Wirt-Pathogen-Interaktionen. Wir erforschen unter anderem die Infektion durch Mykobakterien und die zugrunde liegenden zellulären Prozesse.
Darüber hinaus untersuchen wir die biologische Funktion genomisch kodierter Hammerhead-Ribozyme – kleiner katalytischer RNA-Moleküle mit spezifischer Selbstspaltungsaktivität –, deren Rolle trotz zahlreicher Nachweise in eukaryotischen Genomen weitgehend ungeklärt ist.
Unsere Arbeiten verbinden molekularbiologische, genetische und zellbiologische Ansätze, um grundlegende Mechanismen der RNA-Funktion und Infektionsbiologie zu verstehen.

Publikationen

Eine Übersicht über die Veröffentlichungen finden sich hier:
ORCID
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