Prof. Dr. habil. Sonja Kallendrusch
Professur für Anatomie
Fon: 0331 74 51 13 206
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Prof. Dr. habil. Sonja Kallendrusch
Professur für Anatomie
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Professur für Anatomie
Biographie
Prof. Dr. phil. nat. Sonja Kallendrusch ist Professorin für Anatomie an der HMU Potsdam und am Institute of Clinical Research and Systems Medicine tätig. Sie absolvierte ihren Masterstudiengang Metabolism and Nutrition an der Maastricht University (2006–2008) mit einer experimentellen Arbeit zur Regulation der Lipolyse in humanen Adipozyten. Ihre Promotion (Dr. phil. nat.) erfolgte an der Goethe Universität in Frankfurt am Main (2009–2013) zur Rolle von Endocannabinoiden und GPR55 in organotypischen Hippocampusschnittkulturen unter neuronaler Schädigung.
Von 2013 bis 2017 war sie als Postdoktorandin und von 2017 bis 2022 als Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Anatomie der Universität Leipzig tätig. Dort habilitierte sie sich 2021 im Fach Anatomie mit dem Thema „Humane Gewebeschnittkulturen als Modellsystem für onkologische und immunologische Fragestellungen“ und erlangte im selben Jahr die Fachanerkennung Anatomie der Deutschen Anatomischen Gesellschaft. Seit 2021 ist sie Professorin für Anatomie in Potsdam.
Sie ist Mitglied nationaler Fachgesellschaften, als Gutachterin für wissenschaftliche Journale und Förderorganisationen tätig. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer akademischen Tätigkeit liegt in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, mit der erfolgreichen Betreuung zahlreicher Promotions- und Doktorarbeiten im Bereich der Tumorimmunologie und Neurobiologie.
Lehrtätigkeit
In der Lehre verantwortet Sonja Kallendrusch die umfassende anatomische Ausbildung im Medizinstudium. Schwerpunkte liegen auf dem Situsunterricht, der Neuroanatomie sowie integrativen Lehrformaten, die mikroskopische, makroskopische und klinische Anatomie miteinander verbinden. Ziel ist es, strukturelles Wissen konsequent in funktionelle und klinische Zusammenhänge zu überführen.
Darüber hinaus entwickelt sie innovative Lehrkonzepte im Bereich des digitalen und virtuellen Unterrichts. Hierzu zählen virtuelle Mikroskopie und Darstellung komplexer Strukturen der Makroskopie, sowie interaktive, fallbasierte Lehrformate, die eine flexible und individualisierte Wissensvermittlung ermöglichen. Im Rahmen ihrer Lehrforschung untersucht sie systematisch den Einfluss dieser digitalen Formate auf Lernverhalten dem räumlichen Verständnis und des funktionellem Verständnis. Damit trägt sie zur evidenzbasierten Weiterentwicklung moderner medizinischer Ausbildungskonzepte bei.
Forschung
Der Forschungsschwerpunkt von Sonja Kallendrusch liegt auf der Entwicklung und Anwendung translationaler Gewebemodelle, insbesondere patientenabgeleiteter Gewebeschnittkulturen (PDTCs). Diese ermöglichen die Analyse des Tumormikromilieus unter Erhalt der Gewebearchitektur und dienen der Identifikation von Biomarkern, Resistenzmechanismen sowie der präklinischen Testung neuer Therapiestrategien.
Ein zentraler Fokus liegt auf immunologischen Fragestellungen und der Entwicklung innovativer Therapieansätze in verschiedenen Tumorentitäten, darunter Tumoren des Gastrointestinaltrakts, der Lunge sowie neuronale Tumoren. Dabei untersucht ihre Arbeitsgruppe insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und Immunzellen sowie die Rolle des Tumormikromilieus für Therapieansprechen und -resistenz.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Etablierung adulter Hirngewebekulturen, unter anderem auf Basis von Schweinemodellen. Diese werden genutzt, um grundlegende Mechanismen der Neuroinflammation zu untersuchen, einschließlich geschlechtsspezifischer Unterschiede („sex differences“) in Astrozytenreaktionen, inflammatorischen Prozessen und Narbenbildung. Diese Modelle finden Anwendung in der Analyse neurochirurgischer Interventionen.
Die Arbeiten von Sonja Kallendrusch verbinden experimentelle Grundlagenforschung mit klinischer Translation und leisten einen wichtigen Beitrag zur personalisierten Medizin in Onkologie und Neurowissenschaften.
Publikationen
ORCID: 0000-0003-2474-8307
ResearchGate
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